BEGEGNUNG MIT DER URZEIT
APRIL 2024
Schon lange träumte ich davon, einen Stör zu sehen. Also machte ich mich zusammen mit meinem Vater auf den Weg zu einem etwas weiter entfernten Baggersee, wo diese beeindruckenden Urzeitfische unter strengem Schutz angesiedelt wurden.
Zwei Tauchgänge am Samstag: glasklares Wasser, viele Fische, Krebse, Egli, Hechte – nur der Stör fehlte. Unsere Tauchkollegen kamen begeistert aus dem Wasser, schwärmten von ihren Stör-Begegnungen, während wir eher aussahen wie enttäuschte Aquarienbesucher.
Aber hey, schön war’s ja trotzdem. Und siehe da: Am nächsten Tag durften wir gleich mehrere Störe beobachten, als hätten sie sich gedacht «Na gut, den zwei geben wir jetzt auch was zum Staunen.»
Ein unglaubliches Erlebnis, für mich ein Traum, der wahr werden durfte. Nur … war ich damals noch mit meinem ersten Kamera-Setting unterwegs und eher im «Experimentiermodus». Ich muss wohl nochmal hin.
FAKTEN ZUM STÖR
Störe zählen zu den ältesten, heute noch lebenden Fischarten der Welt. Sie existieren seit über 200 Millionen Jahren und haben sich seither kaum verändert. Man nennt sie deshalb oft auch «lebende Fossilien».
Zur Familie der Störe gehören rund 25 Arten, darunter der Hausen (Beluga-Stör) – der grösste Süßwasserfisch Europas, der bis zu 6 Meter lang werden kann.
In der freien Wildbahn sind Störe in der Schweiz nicht natürlich heimisch. Einige Baggerseen bieten Stören heute ein geschütztes Zuhause. Dort sind sie unter striktem Schutz und dürfen nicht gefangen oder gestört werden.
Weltweit sind viele Störarten stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht! Auch deshalb ist es so besonders, diesen eindrucksvollen Fisch überhaupt einmal in freier Wildbahn zu erleben.
«NICHT JEDES BILD IST SCHARF, DOCH DIE ERINNERUNG BLEIBT KLAR.»
Tiere sind oft schneller als erwartet, das Licht macht, was es will, und nicht selten lasse ich mich von der atemberaubenden Aussicht so sehr fesseln, dass ich im entscheidenden Augenblick vergesse den Auslöser zu drücken. Genau deshalb möchte ich euch mitnehmen, nicht nur zu meinen unvergesslichsten Momenten, sondern auch zu unerwarteten Begegnungen, kleinen und grossen Abenteuern sowie charmanten Pannen, auch wenn nicht jedes Bild perfekt ist.